Ransomware ist eine Schadsoftware, die die Kontrolle über die Daten oder das Gerät eines Opfers übernimmt, indem sie Dateien sperrt oder verschlüsselt. Der Zugriff bleibt so lange blockiert, bis ein Lösegeld gezahlt wird. Neuere Angriffe gehen über die einfache Erpressung hinaus: Sie drohen häufig damit, vertrauliche Informationen zu veröffentlichen – bekannt als doppelte Erpressung –, um den Druck auf die Opfer zu erhöhen.
Der erste bekannte Ransomware-Vorfall, der AIDS-Trojaner, wurde 1989 verzeichnet. Mitte der 2000er Jahre nahm die Bedrohung erheblich zu, wobei sich die Angriffe anfangs auf Russland konzentrierten. Frühe Versionen nutzten einfache Taktiken wie das Sperren von Dateien oder gaben sich als Strafverfolgungsbehörden aus, um Geld von den Opfern zu erpressen.
Die moderne Phase begann um 2013 mit der Einführung starker Verschlüsselung und Zahlungen per Kryptowährung, was die Schwere der Angriffe deutlich erhöhte. Diese Entwicklung wurde durch das Aufkommen von verasbchiedeten Modellen wie „Ransomware-as-a-Service“ (Miet-Schadsoftware) und doppelten Erpressungsmethoden weiter vorangetrieben. Diese Neuerungen verschärften die Bedrohungslage, da Schadsoftware dadurch leichter verfügbar wurde und der Diebstahl von Daten fest zum Erpressungsablauf dazugehört.
Die Täter nutzen verschiedene Techniken, um in Systeme einzudringen und ihre Schadsoftware auszuführen. Diese Einfallstore, auch Angriffsvektoren genannt, nutzen meist menschliche Fehler oder technische Schwachstellen aus, um ersten Zugriff zu erhalten. Zu den häufigsten Wegen gehören gezielte Täuschungsversuche (Social Engineering) und direkte Einbrüche in das Firmennetzwerk.
Obwohl es sich sowohl bei Ransomware als auch bei Scareware um Schadsoftware handelt, funktionieren sie nach grundlegend unterschiedlichen Erpressungsmethoden.


